Freitag, 8. November 2019



FÜR MEIN EIGENTUM







                                                                             SIMONE

Samstag, 2. November 2019




STRAFE NR II.





HEUTE FRÜH WURDE ICH VON MEINER HERRIN AUS DEM KELLER BEFREIT,
UND MUSSTE 300 qm IHRER WOHNUNG AUF KNIEN PUTZEN.






      

Freitag, 25. Oktober 2019



                       MEHR ALS NUR EINE EPISODE.



Er hatte sich sehr über ihre Einladung gefreut. 
„Lass uns doch zusammen etwas kochen“, hatte sie gesagt und ihn dabei angelächelt. Und bevor er ja sagen konnte, hatte er schon angefangen, über ein kleines Menue nachzudenken. 
Am Samstag hatten sie zusammen eingekauft, auf einer Tour durch die Stadt, unterbrochen von ein paar Abstechern in Modeläden und zuletzt ein Café, wo sie ihre Tüten lachend stapelten. 

Er fühlte sich wohl in ihrer Gegenwart, bei ihren Gesprächen und den gemeinsamen Spaziergängen. Er hatte jeden Schritt genossen, immer weiter aufeinander zu. Und doch gab es etwas an ihr, das er nicht einzuordnen vermochte. Ihr Lachen hatte das aber immer wieder weggewischt und ihn mitgerissen.

Jetzt stand er am Küchenblock und arbeitete an den Involtinis. Es sollte eine außergewöhnliche Füllung werden, mit Taleggio-Käse und Pistazien, etwas, was den Herbst sommerlich aufwärmt. Sie hatte vorab Wein in zwei Gläser eingeschenkt und hatte ihm zugeprostet. 
Jetzt war sie verschwunden, genauso wie das Pistazienöl, das in irgendeiner der Einkaufstaschen stecken musste. 

Es war dunkel geworden, er blickte auf die Uhr. „Na, mein Lieber“, sagte sie und riss ihn aus seinen Gedanken. 

Er blickte auf und traute seinen Augen nicht. Was war nur aus seinem Schmetterling geworden? Da stand sie vor ihm im halbdunklen Wohnzimmer. Schwarz und dunkel, in Stiefeln mit schwindelerregend hohen Absätzen. Ein knappes schwarzes Latexoutfit, die Haare hochgesteckt, die Lippen so dunkel wie ihre Stimme. 
Fremd war sie, vielleicht auch wegen der kleinen Maske, die sie trug. Die Peitsche in ihrer rechten Hand war aufgerollt.

„So schön, dass Du für mich kochst“, sagte sie. 
„Heb die Gabel auf und senke Deinen Blick.“ Er war aufgeregt. Was sollte das bedeuten. Wo war seine Gefährtin von heute Nachmittag? 
Er hörte das Klacken ihrer Absätze, als sie mehrfach um ihn herum lief. „Zieh Dich aus“, sagte sie, ruhig, aber jedes Wort betonend. „Schneller. Und gib mir Deine Kleidung, die brauchst Du jetzt nicht mehr. 
Hier hast Du etwas anderes.“ Er faltete das Tuch auseinander, das sie ihm zugeworfen hatte. 

Ein Schürze, ganz dunkel. Vorne auf der Brust war etwas kontrastierend in rot eingestickt: SIMONES Eigentum.“ 


„Komm schon“, lächelte sie, „zieh die Schürze an, ich möchte Dich so sehen. Und beeil Dich, ich habe wirklich Hunger.“ Seine Hände zitterten. 
„Alles wird gut“, sagte sie. 







Nimm einen Schluck Wein, hier aus meiem Glas, ein eigenes wirst du nicht mehr brauchen.







Mittwoch, 23. Oktober 2019




                      DIE NACHT IM KELLER







Es war nicht leicht, sich an den Keller zu gewöhnen. 
Sie war sehr liebevoll mit ihm gewesen, beim ersten Mal. 

Seitdem hatte sie seine Zeiten dort unten immer etwas weiter ausgedehnt, auf zwei bis manchmal drei Stunden. Einmal hatte er sogar im Keller übernachtet, nackt und eingeschlossen in einen stählernen Käfig. 

Er wusste nicht, warum der Keller so wichtig für sie war, aber er folgte ihr bereitwillig. Als ob man eine Schraube immer weiter anziehen würde, bis sie fest und unverrückbar saß. 

So wie die Kette, die sie ihm neuerdings anlegte und die zu einem schweren Ring in der Wand führte. Immer mehr ihr gehören, alle Sinne und Vorstellungen auf sie gerichtet. 
Und so waren zu der kargen Erstausstattung des Kellers in kurzer Zeit immer weitere Utensilien gekommen. 

Sie war weiterhin liebevoll, aber bestimmt. Der Keller war wie ein Exerzierplatz, der seine Sinne schärfte und noch weiter schärfen sollte. Wie sehr genoss er das Geräusch, der sich weiter oben öffnenden Tür, das Klacken ihrer hohen Absätze, wenn sie die Treppe hinab stieg. 

Wenn sie  ihn mit ihren dunkel umrandeten Augen anblickte und lächelte. Wenn sich die Tür seines Käfigs öffnete und er herauskrabbeln konnte, zu ihren Füßen. 
Wenn ihre behandschuhten Hände ihm die richtige Haltung vorgaben, nachdem sie seinen Napf geprüft hatte. Wenn sie ihn nach oben zog, zurück ins Tageslicht. 
Es ging ihr nicht darum, ihn wegzusperren. Vielmehr war es ihr Ausdruck von Nähe, einer Nähe, die sie ihm gab, weil er sich fallen gelassen hatte. 
Oben angekommen ließ sie sich von ihm umarmen, bevor sie gemeinsam den restlichen Abend verbrachten, lag er zu ihren Füßen und war unendlich glücklich. 















Ihre Mail war kurz und klar gewesen: 
Heute Abend um 20 Uhr in dem italienischen Restaurant an der Oper in Wien.
Hier hatten sie schon oft zusammen gegessen und  sehr schöne Abende verbracht.

Er musste schmunzeln. Wahrscheinlich ging es ihr um den Ring, den sie sich vor kurzem ausgesucht hatte, zusammen mit ihm. 

Er war aus blankpoliertem Gold mit einer schwarzen Krone und sah sehr edel aus. Er hatte den Ring ein paar Tage später beim Juwelier abgeholt, mit seinem auf der Innenseite eingravierten Namen.
Eine kleine Überraschung am Abend, er freute sich darauf. 
Er war vor der Zeit im Restaurant und genoß den kleinen Tisch in dem Hinterzimmer. Das Fenster war offen, er sog die kühle Luft ein und blickte auf den Hinterhof mit den schön gepflegten Beeten.


"Schön, nicht wahr?" Ihre Stimme war sanft, zärtlich, er hatte sie nicht kommen hören. Er drehte sich um und sah sie an: in einem schönen, schwarzen Sommerkleid mit einem Bolero-Jäckchen, die endlosen schlanken Beine in hohen Stilettos aus schwarzem Lack. 
Ihre Lippen glänzten dunkel, genau in derselben Farbe wie ihre Fingernägel. Sie legte die kleine eckige Tasche ab und setzte sich auf den Stuhl, den er ihr hin gerückt hatte. 

Der Kellner brachte eine Flasche Champagner, danach waren sie lange Zeit allein. "Wo bleibt denn nur der Kellner" fragte er, "es wird Zeit zu bestellen." 
"Der Kellner wird kommen, wenn ich ihn rufe", sagte sie. "Vorher wollen wir noch Ringe tauschen."

Ringe tauschen? Hatte sie etwa denselben Ring für ihn besorgt? Er war aufgeregt und freute sich. 
"Also komm", sagte sie "mach deinen Gürtel auf und zieh Deine Hose herunter, danach Deine Boxer." 
Was sollte das? 

Er war überrascht. "Nun mach schon", sagte sie, "wir haben nicht ewig Zeit." Er tat wie geheißen, immer noch sprachlos. Sie öffnete ihre schwarze Tasche und zog einen silberpolierten Ring heraus, mit schwarzer Krone. Auf dem Ring war deutlich sichtbar ihr Name eingeprägt und auf der Innenseite das Datum ihres bevorstehenden Geburtstags. Rasch und sicher griff sie nach seinem Geschlecht und streifte ihm den Ring über. 
Danach zog sie seine Boxer wieder hoch und trug ihm auf, die Hose zu schließen. 

"Mit diesem Ring", sagte sie, "nehme ich Dich zu meinem Mann, meinem Geliebten und zu meinem Eigentum. 
Du wirst sein, was ich will, dass Du bist." 

Sie lachte. 
"Ich habe Dich neulich vermessen, als Du mit verbundenen Augen und bewegungslos bei mir lagst." 
Er setzte sich, immer noch wie benommen, mit dem schweren, kalten Stahl zwischen seinen Beinen. 
"Möchtest Du etwas sagen?"
,fragte sie ihn und strahlte ihn an. ....







FÜR MEIN EIGENTUM                                                                              SIMONE